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Ratgeber Altcoins: Die besten Alternativen zum Bitcoin

Kein anderes Investitions- und Anlageobjekt hat innerhalb der letzten Jahre eine solch aufsehenerregende Erfolgsgeschichte geschrieben wie der Bitcoin. Die Referenz-Software (welche übrigens Open Source ist – also einen frei zugänglichen Quellcode besitzt) wurde im Jahr 2009 erstmals veröffentlicht. Seitdem ist eine Menge geschehen. Neben dem Bitcoins gibt es auch noch sogenannte Altcoins, die ein beachtliches Wachstum hingelegt haben.

Altcoins - Die besten Alternativen zum Bitcoin

Bild: Die Kursentwicklung des Bitcoin und der Altcoins bringen Anleger zum Staunen. Bildquelle: Julia Tsokur – 320379275 / Shutterstock.com

Die Kursentwicklung lässt so manchen Anleger vom Glauben abfallen: Noch bis Ende des Jahres 2011 konnte ein Bitcoin für unter zehn Dollar erworben werden. Mittlerweile (Stand 11. Juni 2017) bewegt sich der Kurs bei rund 2.580 Euro, er hatte zwischenzeitlich sogar schon die 2.800 Euro Marke geknackt.

Und wie es bei Erfolgsgeschichten immer so ist, ließen die Nachahmer nicht lange auf sich warten. Innerhalb der Jahre haben sich zahlreiche Alternativen zur bekanntesten Kryptowährung entwickelt, deren Performance und Erfolgsaussichten wir hier etwas näher beleuchten wollen.

Doch zunächst: Wie funktioniert überhaupt eine Kryptowährung?

Um dem Charakter und der Funktionsweise von Kryptowährungen auf die Schliche zu kommen, zerlegen wir zunächst den Namen in seine zwei Bestandteile: „Krypto“ und „Währung“. „Krypto“ steht hier als Kürzel für „Kryptographie“, also die Geheimhaltung bzw. Verschlüsselung von Daten. Hängt man den Begriff Währung an, so erhält man ein Zahlungsmittel, welches auf verschlüsselten Daten basiert.

Der große Vorteil eines solchen Zahlungsmittels ist die Dezentralität. Das bedeutet konkret: Kryptowährungen wie Bitcoin und Co. sind unabhängig von der Kontrolle durch Banken als zentrale Instanzen. Auch die Entscheidungen der Zentralbanken und politischer Institutionen haben keinen unmittelbaren Einfluss auf die Währung.

Um Kryptowährungen zu erzeugen, sind komplizierte und langwierige Rechenprozesse erforderlich. Man spricht dabei auch vom „Schürfen“ oder „Minen“. Die Erzeugung erfolgt meist in einer sogenannten Blockchain, einer Kette von Rechenprozessen, in der jeder neue Prozess einzigartig und somit fälschungssicher ist und an den vorigen Prozess anknüpft.

Übersicht der Altcoins

Unangefochtener Marktführer unter den Kryptowährungen ist der Bitcoin. Trotzdem gibt es mittlerweile eine ganze Reihe alternativer Ansätze bzw. Konkurrenten, genannt Altcoins (Kürzel für „Alternative Coins“). Wie stark die Altcoins am Aufholen sind, erkennt man an der Kapitalisierung. Diese beträgt beim Bitcoin derzeit ca. 30 Milliarden US-Dollar. Rechnet man alle Altcoins zusammen, übersteigt deren Kapitalisierung diesen Betrag und pendelt sich bei etwa 32 Milliarden US-Dollar ein. Die wichtigsten dieser Alternativen sind:

Ethereum

Der Begriff Ethereum bezeichnet genau genommen nicht die Kryptowährung selbst, sondern die dahinter stehende Blockchain – also die dezentrale Datenbank. Die dazugehörige Währung nennt sich Ether (ETH). Im Unterschied zum Bitcoin ist Ethereum mit weitreichenderen Funktionen ausgestattet. So lassen sich beispielsweise kleine Programme an die Blockchain anhängen, mit denen digitale Verträge (sogenannte „Smart Contracts“) automatisch ausgeführt werden können.

Noch beeindruckender als dieser Funktionsumfang ist allerdings die Performance von Ethereum. Vor gerade einmal rund zwei Jahren gestartet, erreichte die Kryptowährung schon nach einem guten halben Jahr eine Marktkapitalisierung von mehr als 500 Millionen US-Dollar. Vergleicht man den Kurs des ETH vom 1. Januar 2017 mit dem von Ende Mai, so ergibt sich eine Wertsteigerung um mehr als 2.400 Prozent!

Die extreme Performance gründet sich auch darauf, dass Ethereum bei Anlegern und Konzernen großes Vertrauen genießt und in letzter Zeit immer größere Unterstützung durch weltbekannte Unternehmen erfährt. Das alles macht Ethereum zur derzeit zweitbeliebtesten Kryptowährung, direkt nach dem Bitcoin.

Ripple

Ein wahres Kopf-an-Kopf-Rennen in der Performance liefert seit einigen Monaten die Krypowährung XRP mit dem ETH (Ethereum). Hinter XRP steht Ripple, ein Zahlungsnetzwerk mit Open-Source-Protokoll, welches im Jahr 2013 das Licht der Welt erblickt hat. In den ersten Jahren tat sich recht wenig am Kurs – und wenn doch, dann ging es eher abwärts.

Das hat sich im Frühjahr 2017 radikal geändert. Plötzlich schien der Kurs schier zu explodieren – er hat sich innerhalb von nur sechs Wochen fast verzwanzigfacht! Noch im März bei rund 700, lag der Kurs zwischenzeitlich bei einem Wert von über 13.000, hat jedoch wieder etwas eingebüßt. Trotzdem: Mit rund neun Milliarden Dollar Kapitalisierung liegt Ripple schon bei über 30 % des Bitcoin-Kapitals, und ein Ende der Erfolgsgeschichte ist derzeit nicht abzusehen.

Litecoin

Ähnlich lange auf dem Markt wie der Bitcoin ist auch der Litecoin – bereits seit 2011. Die Initiatoren verfolgten (und verfolgen immer noch) mit dem Litecoin ein ganz klares Ziel: die Schwächen des Bitcoin zu nutzen und mit ihrem Produkt zu beseitigen. Eine solche Schwäche ist z. B. die Zeit zum Herstellen einzelner Blöcke beim Bitcoin. Litecoin ist hier wesentlich schneller und benötigt nur etwa ein Viertel der Zeit.

Angesichts der unzähligen neuen Kryptowährungen war der Litecoin in den letzten Jahren etwas in Vergessenheit geraten, der Performance dementsprechend bescheiden. Diese Zeiten dürften nun vorbei sein, denn im April 2017 setze der Litecoin zu einem wahren Höhenflug an. Das Marktvolumen hat sich im (noch nicht abgeschlossenen) ersten Halbjahr 2017 mehr als verdoppelt. Analysten halten dies jedoch noch längst nicht für den Peak. Es bleibt also spannend.

Monero

Abschließen möchten wir unsere Auflistung der wichtigsten Konkurrenten des Bitcoin mit der Kryptowährung Monero (XMR). Zunächst fällt die enge Verwandtschaft mit dem Bitcoin auf, bei näherer Betrachtung lässt sich jedoch der klare Fokus auf mehr Dezentralität und Anonymität erkennen. Um dies zur erreichen, wandelte man für die Programmierung des Monero nicht lediglich den Source-Code des Bitcoin ab, sondern programmierte diesen völlig neu. Man spricht dabei auch vom CryptoNote-Protokoll.

Die Marktkapitalisierung des XMR wuchs im Zeitraum Dezember 2015 bis Mai 2017 von weniger als 3,8 Millionen US-Dollar auf über 725 Millionen US-Dollar. Anleger sollten also aufhorchen und Monero unbedingt mit auf ihren Zettel nehmen.

Wie sieht die Zukunft der Altcoins aus?

Angesichts der hier dargestellten, extremen Performance der wichtigsten Altcoins fragen sich viele Anleger und Spekulanten, ob ein Einstieg überhaupt noch lohnt. Experten sind sich sicher: Altcoins werden kurz- und mittelfristig noch weiter zulegen. Das hat mehrere Gründe:

Immer größere Bekanntheit

Während Kryptowährungen in der Anfangszeit lediglich „Nerds“ und Finanzexperten geläufig waren, verbreitet sich das (teilweise komplexe) Wissen nach und nach auch in der weniger finanzaffinen Bevölkerung. Dadurch steigen das Interesse und natürlich auch die Nachfrage.

Immer mehr Coin-Millionäre

Die Zahl der Menschen, die durch Kryptowährungen reich geworden sind, steigt stetig an. Das Besondere daran: Viele dieser Menschen investieren einen Teil ihrer Gewinne wiederum in neue Projekte, die mit Kryptowährungen zu tun haben. Dadurch wird die Technik immer schneller vorangetrieben und es wird in immer kürzeren Abständen innovative neue Features in diesem Bereich geben.

Schwindendes Vertrauen in zentrale Instanzen

Banken und Zentralbanken als zentrale Institutionen im Finanzbereich verlieren immer mehr Vertrauen sowohl seitens Unternehmen als auch bei den Privatkunden. Auch dies ist ein Faktor, der die „Flucht“ in dezentrale Kryptowährungen begünstigt.

Bildquelle: Julia Tsokur – 320379275 / Shutterstock.com