Artikel
0 Kommentare

Blockchain-Technologie – Zahlungssystem von morgen?

Das Zahlungssystem von morgen könnte schon bald digitale Realität werden, denn die Blockchain-Technologie ist auf dem Vormarsch. Was steckt dahinter und wie kann man an dieser Revolution teilhaben?

Blockchain Technologie

Bild: Transaktionen basierend auf Blockchain-Technologie sind jetzt schon möglich / Bildquelle: Steve Heap – 616421627 / Shutterstock.com

Die Blockchain-Technologie könnte nicht nur die digitale Welt, sondern auch die Finanz- und Handelswelt grundlegend auf den Kopf stellen. Gerade deswegen befassen sich mehrere hundert neu gegründete Unternehmen und Start-Ups mit dieser noch relativ neuen Technologie. Der bekannteste und populärste Blockchain-Auswuchs ist die dezentrale und völlig digitale Bitcoin-Währung, auf die auch keine Banken Einfluss haben. Viele, die sich auch nur marginal mit dem Internet beschäftigen, haben wahrscheinlich schon von Bitcoins und Blockchains gehört, die wenigsten werden wissen, was genau dahinter steckt.

Warum Blockchain?

Idee und Ziel der Blockchain-Technologie ist es, den Werteaustausch zu dezentralisieren. Anstatt einer Autoritätsinstanz die Aufsicht zu übertragen, welche die Kontrolle über Transaktionen oder Vertragsschließungen haben und dafür hohe Gebühren verlangen, werden diese Mittelsmänner vollkommen ausgeklammert. Daraus ergeben sich einige Vorteile für den Zahlungsverkehr, die konventionelle Bankkunden momentan noch nicht genießen:

  • es fallen kaum Gebühren an
  • Name und Adresse oder eine Kartennummer müssen nicht angegeben werden
  • die Transaktion kann sofort geschehen und ist nicht von den Bearbeitungszeiten einer Bank abhängig

Blockchain – Was ist das?

Es geht hierbei allerdings nicht allein um die Veränderung des Finanzsystems. Die berühmteste digitale Währung, nämlich Bitcoin, scheint in Wirklichkeit nur der Anfang zu sein. Das Prinzip lässt sich nämlich auf jede Vertragsart anwenden. Im Grunde handelt es sich nämlich bei den Blockchains um digitale Verträge oder sogenannte „Smart Contracts“. Die Verwaltung dieser Daten spielt sich auf vielen verschiedenen Computern ab, findet also dezentralisiert statt.

Wie funktioniert Blockchain?

Jede Art von Information kann verarbeitet werden. Diese wird dabei in eine Art Block abgelegt. Es handelt sich um kleinere Dateien wie z.B:

  • Kaufverträge
  • Aktien
  • Überweisungen
  • jede andere Art von Verträgen

Diese Informationen müssen natürlich überprüft und anschließend versiegelt werden. Hierfür sind sogenannte Miner zuständig, also ebenfalls Nutzer, die ihren eigenen Computer und dessen Rechenleistung anbieten, um die umfangreichen Daten zu verarbeiten. Dafür werden die Miner sogar entlohnt.

Wie sicher ist Blockchain?

Durch den Verifizierungs- und Versiegelungsprozess sind die Informationen in der Blockchain geschützt. Die Informationen werden nicht auf einen zentralen Server gespeichert. Deswegen ist es überaus schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, die Daten zu manipulieren. Für die Teilnahme an einem Blockchain-System ist eine spezifische Software notwendig, die auch als „Wallet“ bezeichnet wird. Der Nutzer erhält zwei Schlüssel, einen öffentlichen und einen privaten Schlüssel:

  • öffentlicher Schlüssel: Vergleichbar mit einer Kontonummer, allerdings in der Form einer Adresse, die für jeden sichtbar ist – hierhin werden z.B. bei Bitcoin die notwendigen Beträge transferiert
  • privater Schlüssel: ist einer PIN-Nummer oder einem Passwort ähnlich, das man allerdings nicht herleiten kann, und somit nicht zu knacken ist – der private Schlüssel ist eine Signatur, welche einer Transaktion erst Gültigkeit verleiht

Welche Arten von Blockchains gibt es?

Die Blockchain-Technologie lässt sich für verschiedene Gebiete anwenden, weil viele unterschiedliche Daten verarbeitet und gespeichert werden können. Hier ein paar Beispiele:

Blockchain-Gebiet Erläuterung
Bitcoin Mit dieser populären, digitalen Kryptowährung lassen sich Waren kaufen, allerdings können Nutzer dabei vollkommen anonym bleiben. Das System funktioniert Peer-to-peer, also von Heimcomputer zu Heimcomputer. Es ist keine Institution dazwischen geschaltet. Der Wert der Bitcoins ist durch die Nachfrage geregelt, also unabhängig von anderen, äußeren (z.B. politischen) Faktoren.
Musiccoin Hier werden Urheberrechte, Verkauf, Lizenzgebühren, also Arbeiten und rechtliche Aufgaben, für die normalerweise Musiklabels zuständig sind, in sogenannten Smart Contracts vereint und in den Blockchains gespeichert werden. Fans oder Interessenten können auf diese Weise so viel an einen Musiker zahlen, wie sie möchten, auch wenn es eine Mindestbezahlung geben soll. Der Musiker wird in Musiccoins bezahlt, aber hat die absolute Kontrolle über seine Musik.
BitCongress Die Manipulation von demokratischen Wahlen ist heutzutage in aller Munde. Wahlen, die durch die Blockchain-Technologie unterstützt werden, könnten solche Manipulationsversuche wesentlich schwieriger machen.
Reddcoin Reddcoins können mittels Bitcoins gekauft werden. Bei Reddcoin handelt es sich vor allem um eine digitale Währung, die im Social Media-Bereich Fuß fassen soll. Hier sollen also vor allem über die sehr populären sozialen Netzwerke Geld transferiert oder kleine Spenden bzw. Micro-Donations für gute Inhalte getätigt werden.

Tabelle: Wenn die Technologie Fuß fasst und immer mehr Menschen ihre Scheu vor dem Unbekannten ablegen, könnte die Blockchain-Technologie nicht nur das Finanzwesen umkrempeln.

Wo Blockchain-Technologie studieren?

Die Möglichkeiten, in diesem sehr neuen und sehr spezifischen Bereich ein Studium zu finden, sind momentan noch sehr begrenzt. In den USA steigt die Nachfrage allerdings jetzt schon massiv, so dass diverse Universitäten auf der ganzen Welt entsprechende Kurse anbieten und auf dem Gebiet forschen. Beispiele sind:

  • Massachusetts Institute of Technology (MIT)
  • University College London
  • Cambridge University
  • Mary’s University School of Law
  • Johns Hopkins University
  • Universität von Nikosia auf Zypern

Fazit: Ein Studiengang im Bereich Blockchain-Technologie zu finden, sollte schwer sein. Aufgrund der großen Nachfrage bieten aber einige Universitäten vor allem in den USA einige Kurse an. Die Technologie hat jedenfalls Zukunft und könnte unsere globale Wirtschaft nachhaltig verändern. Es kann also nicht schaden und sich auch finanziell lohnen, sich frühzeitig damit zu beschäftigen.

Bildquelle: Steve Heap – 616421627 / Shutterstock.com

Artikel
0 Kommentare

Ratgeber Altcoins: Die besten Alternativen zum Bitcoin

Kein anderes Investitions- und Anlageobjekt hat innerhalb der letzten Jahre eine solch aufsehenerregende Erfolgsgeschichte geschrieben wie der Bitcoin. Die Referenz-Software (welche übrigens Open Source ist – also einen frei zugänglichen Quellcode besitzt) wurde im Jahr 2009 erstmals veröffentlicht. Seitdem ist eine Menge geschehen. Neben dem Bitcoins gibt es auch noch sogenannte Altcoins, die ein beachtliches Wachstum hingelegt haben.

Altcoins - Die besten Alternativen zum Bitcoin

Bild: Die Kursentwicklung des Bitcoin und der Altcoins bringen Anleger zum Staunen. Bildquelle: Julia Tsokur – 320379275 / Shutterstock.com

Die Kursentwicklung lässt so manchen Anleger vom Glauben abfallen: Noch bis Ende des Jahres 2011 konnte ein Bitcoin für unter zehn Dollar erworben werden. Mittlerweile (Stand 11. Juni 2017) bewegt sich der Kurs bei rund 2.580 Euro, er hatte zwischenzeitlich sogar schon die 2.800 Euro Marke geknackt.

Und wie es bei Erfolgsgeschichten immer so ist, ließen die Nachahmer nicht lange auf sich warten. Innerhalb der Jahre haben sich zahlreiche Alternativen zur bekanntesten Kryptowährung entwickelt, deren Performance und Erfolgsaussichten wir hier etwas näher beleuchten wollen.

Doch zunächst: Wie funktioniert überhaupt eine Kryptowährung?

Um dem Charakter und der Funktionsweise von Kryptowährungen auf die Schliche zu kommen, zerlegen wir zunächst den Namen in seine zwei Bestandteile: „Krypto“ und „Währung“. „Krypto“ steht hier als Kürzel für „Kryptographie“, also die Geheimhaltung bzw. Verschlüsselung von Daten. Hängt man den Begriff Währung an, so erhält man ein Zahlungsmittel, welches auf verschlüsselten Daten basiert.

Der große Vorteil eines solchen Zahlungsmittels ist die Dezentralität. Das bedeutet konkret: Kryptowährungen wie Bitcoin und Co. sind unabhängig von der Kontrolle durch Banken als zentrale Instanzen. Auch die Entscheidungen der Zentralbanken und politischer Institutionen haben keinen unmittelbaren Einfluss auf die Währung.

Um Kryptowährungen zu erzeugen, sind komplizierte und langwierige Rechenprozesse erforderlich. Man spricht dabei auch vom „Schürfen“ oder „Minen“. Die Erzeugung erfolgt meist in einer sogenannten Blockchain, einer Kette von Rechenprozessen, in der jeder neue Prozess einzigartig und somit fälschungssicher ist und an den vorigen Prozess anknüpft.

Übersicht der Altcoins

Unangefochtener Marktführer unter den Kryptowährungen ist der Bitcoin. Trotzdem gibt es mittlerweile eine ganze Reihe alternativer Ansätze bzw. Konkurrenten, genannt Altcoins (Kürzel für „Alternative Coins“). Wie stark die Altcoins am Aufholen sind, erkennt man an der Kapitalisierung. Diese beträgt beim Bitcoin derzeit ca. 30 Milliarden US-Dollar. Rechnet man alle Altcoins zusammen, übersteigt deren Kapitalisierung diesen Betrag und pendelt sich bei etwa 32 Milliarden US-Dollar ein. Die wichtigsten dieser Alternativen sind:

Ethereum

Der Begriff Ethereum bezeichnet genau genommen nicht die Kryptowährung selbst, sondern die dahinter stehende Blockchain – also die dezentrale Datenbank. Die dazugehörige Währung nennt sich Ether (ETH). Im Unterschied zum Bitcoin ist Ethereum mit weitreichenderen Funktionen ausgestattet. So lassen sich beispielsweise kleine Programme an die Blockchain anhängen, mit denen digitale Verträge (sogenannte „Smart Contracts“) automatisch ausgeführt werden können.

Noch beeindruckender als dieser Funktionsumfang ist allerdings die Performance von Ethereum. Vor gerade einmal rund zwei Jahren gestartet, erreichte die Kryptowährung schon nach einem guten halben Jahr eine Marktkapitalisierung von mehr als 500 Millionen US-Dollar. Vergleicht man den Kurs des ETH vom 1. Januar 2017 mit dem von Ende Mai, so ergibt sich eine Wertsteigerung um mehr als 2.400 Prozent!

Die extreme Performance gründet sich auch darauf, dass Ethereum bei Anlegern und Konzernen großes Vertrauen genießt und in letzter Zeit immer größere Unterstützung durch weltbekannte Unternehmen erfährt. Das alles macht Ethereum zur derzeit zweitbeliebtesten Kryptowährung, direkt nach dem Bitcoin.

Ripple

Ein wahres Kopf-an-Kopf-Rennen in der Performance liefert seit einigen Monaten die Krypowährung XRP mit dem ETH (Ethereum). Hinter XRP steht Ripple, ein Zahlungsnetzwerk mit Open-Source-Protokoll, welches im Jahr 2013 das Licht der Welt erblickt hat. In den ersten Jahren tat sich recht wenig am Kurs – und wenn doch, dann ging es eher abwärts.

Das hat sich im Frühjahr 2017 radikal geändert. Plötzlich schien der Kurs schier zu explodieren – er hat sich innerhalb von nur sechs Wochen fast verzwanzigfacht! Noch im März bei rund 700, lag der Kurs zwischenzeitlich bei einem Wert von über 13.000, hat jedoch wieder etwas eingebüßt. Trotzdem: Mit rund neun Milliarden Dollar Kapitalisierung liegt Ripple schon bei über 30 % des Bitcoin-Kapitals, und ein Ende der Erfolgsgeschichte ist derzeit nicht abzusehen.

Litecoin

Ähnlich lange auf dem Markt wie der Bitcoin ist auch der Litecoin – bereits seit 2011. Die Initiatoren verfolgten (und verfolgen immer noch) mit dem Litecoin ein ganz klares Ziel: die Schwächen des Bitcoin zu nutzen und mit ihrem Produkt zu beseitigen. Eine solche Schwäche ist z. B. die Zeit zum Herstellen einzelner Blöcke beim Bitcoin. Litecoin ist hier wesentlich schneller und benötigt nur etwa ein Viertel der Zeit.

Angesichts der unzähligen neuen Kryptowährungen war der Litecoin in den letzten Jahren etwas in Vergessenheit geraten, der Performance dementsprechend bescheiden. Diese Zeiten dürften nun vorbei sein, denn im April 2017 setze der Litecoin zu einem wahren Höhenflug an. Das Marktvolumen hat sich im (noch nicht abgeschlossenen) ersten Halbjahr 2017 mehr als verdoppelt. Analysten halten dies jedoch noch längst nicht für den Peak. Es bleibt also spannend.

Monero

Abschließen möchten wir unsere Auflistung der wichtigsten Konkurrenten des Bitcoin mit der Kryptowährung Monero (XMR). Zunächst fällt die enge Verwandtschaft mit dem Bitcoin auf, bei näherer Betrachtung lässt sich jedoch der klare Fokus auf mehr Dezentralität und Anonymität erkennen. Um dies zur erreichen, wandelte man für die Programmierung des Monero nicht lediglich den Source-Code des Bitcoin ab, sondern programmierte diesen völlig neu. Man spricht dabei auch vom CryptoNote-Protokoll.

Die Marktkapitalisierung des XMR wuchs im Zeitraum Dezember 2015 bis Mai 2017 von weniger als 3,8 Millionen US-Dollar auf über 725 Millionen US-Dollar. Anleger sollten also aufhorchen und Monero unbedingt mit auf ihren Zettel nehmen.

Wie sieht die Zukunft der Altcoins aus?

Angesichts der hier dargestellten, extremen Performance der wichtigsten Altcoins fragen sich viele Anleger und Spekulanten, ob ein Einstieg überhaupt noch lohnt. Experten sind sich sicher: Altcoins werden kurz- und mittelfristig noch weiter zulegen. Das hat mehrere Gründe:

Immer größere Bekanntheit

Während Kryptowährungen in der Anfangszeit lediglich „Nerds“ und Finanzexperten geläufig waren, verbreitet sich das (teilweise komplexe) Wissen nach und nach auch in der weniger finanzaffinen Bevölkerung. Dadurch steigen das Interesse und natürlich auch die Nachfrage.

Immer mehr Coin-Millionäre

Die Zahl der Menschen, die durch Kryptowährungen reich geworden sind, steigt stetig an. Das Besondere daran: Viele dieser Menschen investieren einen Teil ihrer Gewinne wiederum in neue Projekte, die mit Kryptowährungen zu tun haben. Dadurch wird die Technik immer schneller vorangetrieben und es wird in immer kürzeren Abständen innovative neue Features in diesem Bereich geben.

Schwindendes Vertrauen in zentrale Instanzen

Banken und Zentralbanken als zentrale Institutionen im Finanzbereich verlieren immer mehr Vertrauen sowohl seitens Unternehmen als auch bei den Privatkunden. Auch dies ist ein Faktor, der die „Flucht“ in dezentrale Kryptowährungen begünstigt.

Bildquelle: Julia Tsokur – 320379275 / Shutterstock.com