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Wie findet man das richtige Aktiendepot?

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Das niedrige Zinsniveau führt bei vielen Sparern zu der Überlegung, sich von ihren Einlagen zumindest teilweise zu trennen und diese Gelder in Aktien zu investieren. Voraussetzung dafür ist natürlich ein Aktiendepot. Andere Anleger sind mit ihrer bisherigen Depotbank unzufrieden und haben sich auf die Suche nach einem neuen Aktiendepot begeben. Die Frage, die sich in beiden Fällen stellt, ist natürlich die, wie man das richtige Aktiendepot findet. Wer bislang noch kein Depot besaß, wird vielleicht den Weg zur Hausbank vor Ort einschlagen. Ein Depotvergleich zeigt aber schnell, dass dieser Weg häufig nur die zweitbeste Lösung darstellt. Zunächst einmal muss sich ein Anleger darüber im Klaren sein, welche Anforderungen er an das Depot stellt.

Depotvergleich zeigt die Kostenstruktur der Anbieter

Depotvergleiche bieten eine Hilfestellung in Bezug auf die Übersicht der Kostenstruktur. Auffällig ist, dass zahlreiche Onlinebroker inzwischen auf die jährliche Depotverwaltungsgebühr verzichten. Dennoch ist die Kostenseite nicht für alle Anleger das ausschlaggebende Kriterium. Beim Vergleich der Depotgebühren greifen im Grunde immer die gleichen Modelle.

Depotgebühr

  • Der Anbieter berechnet eine vom Depotvolumen abhängige Depotgebühr.
  • Der Anbieter berechnet eine feste Depotgebühr, unabhängig vom Volumen.
  • Der Anbieter verzichtet auf die Depotgebühr.

Transaktionskosten

  • Die Courtage errechnet sich prozentual vom Handelsvolumen. In diesem Fall besteht eine Mindestcourtage und eine maximale Gebühr für die Order.
  • Die Courtage errechnet sich aus einem festen Sockelbetrag und zusätzlich aus einem prozentual vom Handelsvolumen abhängigen Betrag. Die Gesamtcourtage ist in der Spitze ebenfalls gedeckelt.
  • Der Broker berechnet eine Flatrate, völlig losgelöst vom Handelsvolumen.
  • Ein völlig neues Konzept stellte kürzlich benk vor. Dieser Broker bietet eine monatliche Flatrate, die den Anlegern für 24,95 Euro eine bestimmte Anzahl von Trades innerhalb von 30 Tagen ermöglicht.

Natürlich ist es verlockend, das preiswerteste Depot zu nutzen. Auf der anderen Seite berücksichtigen unterschiedliche Kosten auch unterschiedliche Leistungen seitens der Anbieter. Die Nutzung des Depotvergleichs und die Auswertung des Ergebnisses in Bezug auf die persönlichen Ansprüche werden durch die Beantwortung einiger Fragen deutlich erleichtert.

Wie häufig werde ich mit Aktien handeln?

Ein Anleger, der einmal im Monat für 3.000 Euro Aktien handelt, wird in erster Linie auf die Transaktionskosten und die Depotgebühren achten. Echtzeitkurse sind für ihn wenig relevant, ebenso ausgefeilte Handelsplattformen. Gebühren für die Änderung eines Limits sind ebenfalls kein Entscheidungskriterium. Für diese Anlegergruppe stellen tatsächlich möglichst geringe Kosten das primäre Kriterium dar. Dazu zählt der Wegfall der Depotgebühren und Transaktionskosten, die so niedrig wie möglich ausfallen. Onlinebroker, welche die Transaktionen mit einer Flatfee abrechnen und auf eine prozentual vom Ordervolumen abhängige Courtage verzichten, kommen hier in die engere Wahl.

Dieser Gruppe von Anlegern stehen die semiprofessionellen und professionellen Trader gegenüber. Für diese ist der Zugang zu Echtzeitkursen notwendig, Limitänderungen sollten ebenfalls kostenlos möglich sein. Während Gelegenheitsanleger in erster Linie im Xetrahandel aktiv sind, ist es für andere Trader wichtig, an möglichst vielen Auslandsbörsen aktiv sein zu können. Für Intradaytrader ist der jederzeitige Zugang zur Handelsplattform ein weiteres entscheidendes Kriterium. Bestmögliche Apps für den Handel von unterwegs stellen für diesen Personenkreis ebenfalls eine Entscheidungsgrundlage dar.

Will ich in Aktien oder in Fonds investieren?

Als Alternative zur Anlage in Aktien bieten sich auch Investmentfonds an. Diese haben den Vorteil der Risikostreuung und der Verwaltung durch professionelle Fondsmanager. Während die Banken und Sparkassen vor Ort beim Fondsverkauf in meisten Teilen auf die Fonds der konzerneigenen Fondsgesellschaften setzen, bieten die Onlinebanken die Anteilscheine gesellschaftsübergreifend an. Filialinstitute berechnen auch den vollen Ausgabeaufschlag, der sich bei Aktienfonds zwischen vier und sechs Prozent bewegt. Bei den Direktbrokern ist es üblich, Fondsanteile mindestens mit rabattiertem Ausgabeaufschlag auszugeben, ausgewählte Anteile werden völlig ohne Agio vertrieben. Die kostengünstigste Variante für den Vermögensaufbau stellt zweifellos die Kombination aus gebührenfreiem Depot und Fondsanteilen ohne Ausgabeaufschlag dar.

Werde ich ein großes Liquiditätsvolumen halten?

Natürlich ist nicht das gesamte Vermögen in Aktien oder Aktienfonds investiert. Bei der Auswahl des richtigen Depots spielt daher auch das Referenzkonto eine Rolle. Direktbanken bieten als Referenzkonten Tagesgelder an, die überdurchschnittlich verzinst werden. Diese Verzinsung ist zwar in Bezug auf das Einlagevolumen und die Dauer der erhöhten Zinszahlung zeitlich limitiert, kann aber ebenfalls als Auswahlkriterium hinzugezogen werden. Je geringer jedoch das Einlagevolumen ausfällt, um so geringer ist die Gewichtung dieses Faktors.

Von wo will ich handeln?

Wer nur gelegentlich einen Trade platzieren möchte, wird auf die Ausgestaltung einer App oder eines browserbasierten Zugangs weniger Wert legen. Für Intradaytrader ist der jederzeitige Zugang zur Handelsplattform allerdings ein entscheidendes Kriterium. Bestmögliche Apps für den Handel von unterwegs stellen für diesen Personenkreis ebenfalls eine Entscheidungsgrundlage dar.

Die Qual der Wahl

Wenn alle diese Fragen beantwortet sind, wird der Kreis der infrage kommenden Anbieter schon deutlich kleiner. Dennoch bleibt weiterhin die Qual der Wahl. Aus diesem Grund bietet der Depotvergleich für die Suche nach dem richtigen Depot noch eine weitere Hilfestellung. In der Brokerübersicht werden alle Broker vorgestellt und die individuellen Vorteile geschildert. Kostenvergleich und Leistungsbeschreibung bieten eine abgerundete Unterstützung bei der Auswahl des richtigen Aktiendepots.

Veröffentlicht von

Jahrgang 1959, Bankkaufmann, Versicherungsfachmann (BWV), Magister in Psycho- und Neurolinguistik und amerikanischem Verfassungsrecht. 1985 – 2010 Finanzdienstleistungsvertrieb. Seit 2011 ausschließlich als Autor im Bereich Wirtschaft und Finanzen tätig. Mitglied im DVPJ (Deutscher Verband der Pressejournalisten)