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Wie findet man den richtigen CFD-Broker?

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Das Interesse privater Anleger am Handel mit Derivaten steigt ungebrochen. Kein Wunder also, dass sich inzwischen eine Vielzahl von CFD-Brokern am Markt platziert hat. Wie in jedem Geschäftsbereich finden sich qualitativ hochwertige Anbieter, aber auch der eine oder andere Dienstleister, der eher der Grauzone zuzuordnen ist. Anleger, gerade Neueinsteiger in diesem Metier, stehen vor der Herausforderung, unter den qualitativ guten Anbietern denjenigen herauszufiltern, der ihren Ansprüchen am nächsten kommt. Die Auswahlkriterien lassen sich im Vorfeld filtern, die Brokerübersicht zeigt die Vorteile eines jeden Anbieters auf. Je größer die Schnittmenge mit den eigenen Erwartungen, um so größer ist die Wahrscheinlichkeit, den persönlich richtigen CFD-Broker gefunden zu haben.

Die Auswahlkriterien

Für Einsteiger im CFD-Handel gelten bei der Auswahl des richtigen Brokers andere Grundlagen, als für einen fortgeschrittenen Trader, der nach einer Alternative zu seinem bisherigen Anbieter sucht. Der wesentlichste Punkt steht daher in unserer Liste an erster Stelle.

Die Grundlagen

  • Das Demokonto

Der CFD-Handel muss erlernt werden. Niemand kann sich an den PC setzen und sofort erfolgreich traden. Einsteiger müssen sich mit den Funktionalitäten der Handelsplattform vertraut machen. Chartanalyse, das Erkennen von Handelssignalen und die Anwendung der richtigen Handelsstrategie sind das Ergebnis eines Ausbildungsprozesses. Grundlage für die Ausbildung ist ein zur Verfügung gestelltes Demokonto. Bietet ein Broker kein Demokonto an, heißt es für Einsteiger „Finger weg“. Ohne Demokonto in den Handel einzusteigen, bedeutet von Anfang an ein hohes Verlustrisiko.

  • Ausbildung und Weiterbildung

Seriöse Broker legen großen Wert auf eine umfassende Ausbildung ihrer Kunden. Diese kann nicht aus einem FAQ-Katalog und einem eBook bestehen, sondern umfasst Tutorials, Webinare und Seminare. Im Idealfall bietet der Dienstleister ein Videoarchiv, in dem sich Neueinsteiger jederzeit, losgelöst vom Seminarfahrplan, entsprechende Lehrfilme anschauen können. Mit der Einführung in die Grundlagen der Handelsplattform und der Chartanalyse ist es aber noch nicht getan. Anspruchsvolle Trader möchten sich weiterentwickeln. Ein Tennisspieler, der soweit ist, dass er den Ball über das Netz und zwischen die Linien spielen kann, steht erst ganz am Anfang seiner sportlichen Entwicklung. Gleiches gilt für CFD-Trader. Marktpsychologie, differenzierte Strategien und weitergehende Analysetools müssen mit der Zeit erlernt werden.

Einsatz und Kosten

  • Der Einsatz

Der CFD-Handel ist ein Hebelgeschäft. Je höher der Hebel ausfällt, um so niedriger ist der notwendige Kapitaleinsatz. In der Höhe des Hebels liegen gravierende Unterschiede zwischen den Brokern. Während die einen einen Aktien-CFD mit einem Hebel von 1 : 20 anbieten, stellen die anderen den gleichen Trade mit einem Hebel von 1 : 40 zur Verfügung, immerhin für die Hälfte des einzusetzenden Geldes. Ebenfalls deutliche Unterschiede finden sich in der Ersteinzahlung auf das Handelskonto. Während einige Broker gänzlich darauf verzichten, erwarten andere einen vierstelligen Betrag für die Kontoeröffnung. Dies sollte Einsteiger aber nicht abschrecken. Interessanterweise sind es in der Regel die Broker, deren Serviceangebot auch zu den Spitzenleistungen zählt und die nicht nur auf schrille Werbung setzen.

  • Die Kosten

Broker arbeiten nach einem betriebswirtschaftlichen Grundsatz, sie wollen und müssen Geld verdienen. Im CFD-Handel basiert der Ertrag des Anbieters auf dem sogenannten Spread, der Differenz zwischen Geld- und Briefkurs. Die Höhe des Spreads bestimmt die Kommission, die der Anleger an den Broker abführen muss. Der Spread variiert sehr stark und stellt bei der Suche nach dem richtigen CFD-Broker ein wesentliches Entscheidungskriterium dar. Neben dem Spread fallen für Aktien-CFDs häufig noch zusätzliche Kommissionen an. Diese betragen in der Regel zwischen 0,08 Prozent und 0,1 Prozent des gehandelten Volumens. Einige wenige Broker verlangen auch für den Indexhandel eine zusätzliche Kommission.

Wird eine Position über Nacht gehalten, muss der Betrag verzinst werden. Die zugrunde gelegten Zinssätze sind ebenfalls nicht einheitlich.

  • Einlagensicherung

Die meisten der Broker sind durch eine europäische Aufsichtsbehörde reguliert. Die Einlagensicherung greift nach den jeweiligen Standards und weicht teilweise von der EU-Richtlinie ab. Anders verhält es sich bei den deutschen Anbietern. Zum einen fallen sie unter die Regulierung durch die Bafin, zum anderen ist die Einlagensicherung anders geregelt. Auch wenn die deutschen Anbieter nicht die aggressive Werbung wie beispielsweise die zyprischen Institute betreiben, finden sich einige deutsche Häuser im CFD-Geschäft. Neben Varengoldbank FX stellen unter anderem die Comdirect oder der s-Broker seinen Kunden den CFD-Handel zur Verfügung.

Der Handel

  • Die Basiswerte

Grundlage für den CFD-Handel sind Basiswerte. Dabei handelt es sich um Aktien, Rohstoffe, Zinsen, Indizes und Anleihen. Je größer die Auswahl an Basiswerten ist, um so größer ist natürlich die Chance, sich zu spezialisieren. Einsteiger sollten dem allerdings zu Beginn nicht all zu viel Gewicht beimessen, sondern sich zunächst auf die großen Indizes und Bluechips konzentrieren. Deren Volatilität ist geringer, der Trade somit besser kalkulierbar.

  • NDD oder Market Maker

Bei den Brokern wird zwischen zwei Gruppen unterschieden. Die eine Gruppe fällt unter den Begriff Non-Dealing Desk (NDD). Diese Unternehmen leiten die Orders ihrer Kunden direkt in den Markt ein, ohne selbst auf die Kurse Einfluss zu nehmen. Viele Trader geben dem Non-Dealing Desk aufgrund der größeren Transparenz den Vorzug. Die andere Gruppe, Market Maker, stellen selbst die Kurse gegen ihre Kunden. In der Vergangenheit wurde ab und zu Kritik laut, dass der Trader nicht sicher sein kann, dass der Kurs des Market Makers auch tatsächlich der Realität entspricht.

  • Die Handelsplattform

Fast alle Broker bieten ihren Kunden als Handelsplattform den MetaTrader 4 an. Nur wenige Finanzdienstleister setzen ausschließlich auf eigene Entwicklungen. Wichtig ist, dass die Handelsumgebung optimal an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden kann und automatische Handelssysteme auf Wunsch integriert werden können. Wichtig, aber nicht immer die Regel, ist das Bereitstellen von Echtzeitkursen.

Immer populärer wird das sogenannte Social Trading, welches sich gerade bei Einsteigern großer Beliebtheit erfreut. Trendsetter war hier die Plattform eToro. Trader können im Social Trading die Deals anderer Anleger eins zu eins in ihre Orderbücher kopieren und profitieren damit von der Erfahrung der Profis.

  • Der mobile Handel

Zu jeder Zeit von jedem Ort in das CFD-Geschäft eingreifen zu können, spielt für immer mehr Trader eine immer größere Rolle. Bei der Umsetzung gibt es allerdings auch große qualitative Unterschiede. Während einige Anbieter einen betriebssystemübergreifenden Zugang über einen Webbrowser zur Verfügung stellen, können Kunden anderer Häuser betriebssystemoptimierte Apps nutzen. Diese unterscheiden nicht nur zwischen iOS und Android, sondern auch zwischen iPhone und iPad und unterstützen darüber hinaus auch noch Windows Phone und Blackberry.

Der Brokervergleich auf Handel.com

Der Brokervergleich geht auf alle die hier aufgeführten Punkte ausführlich ein und stellt die Vor- und gegebenenfalls auch die Nachteile des jeweiligen Anbieters in den Fokus. Damit bietet sich eine umfassende Entscheidungshilfe bei der Suche nach dem richtigen CFD-Broker.

Veröffentlicht von

Jahrgang 1959, Bankkaufmann, Versicherungsfachmann (BWV), Magister in Psycho- und Neurolinguistik und amerikanischem Verfassungsrecht. 1985 – 2010 Finanzdienstleistungsvertrieb. Seit 2011 ausschließlich als Autor im Bereich Wirtschaft und Finanzen tätig. Mitglied im DVPJ (Deutscher Verband der Pressejournalisten)